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Osteopathie und Bewegungstherapie

Was ist Osteopathie?

Vor ca. 140 Jahren erkannte und benannte der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor Still die Prinzipien der Osteopathie. Seit jener Zeit hat sich die Osteopathie kontinuierlich weiterentwickelt, in den USA ebenso wie in Europa und anderen Teilen der Welt. In den USA beispielsweise ist die Osteopathie eine mögliche Facharztrichtung in der medizinischen Ausbildung, in Großbritannien ist die Osteopathie eine eigenständige und staatlich anerkannte medizinische Fachrichtung. In Deutschland ist gegenwärtig der Begriff Osteopath gesetzlich außerhalb Hessens (Bundesvertretung für Osteopathen in Deutschland) nicht geschützt und die Ausbildung gesetzlich nicht geregelt. Die osteopathischen Dachverbände bemühen sich jedoch um eine Vereinheitlichung der Ausbildung die eine Dauer von 4-5 Jahren in Voll- oder Teilzeit hat. Die Osteopathie gilt jedoch als Heilkunde und darf als solche nur vom Arzt oder Heilpraktiker eigenständig ausgeübt werden.

Osteopathie kann als eine eigenständige Form der manuellen Medizin beschrieben werden, die vornehmlich dem Erkennen und Behandeln von Funktionsstörungen dient.  Diese Funktionsstörungen oder im osteopathischen Fachjargon auch Dysfunktionen können die Ursache für unterschiedlichste Beschwerden sein. Die osteopathische Behandlung erfolgt fast ausschließlich mit den Händen des Therapeuten. Eine Blutdruckmessung macht aber natürlich auch ein Osteopath mit einem Blutdruckmessgerät. Bei der Behandlung von derben faszialen Strukturen wie der großen Lendenfaszie am unteren Rücken, kann es  sein, dass auf Hilfsmittel wie Schröpfgläser, Faszienroller oder Massagestäbchen zurückgegriffen wird.  

Maßgeblich ist hervorzuheben, der Patient wird in seiner Gesamtheit  betrachtet– zum einen im komplexen Zusammenwirken der unterschiedlichen Körpersysteme wie Muskel- und Bewegungsapparat, Nervensystem, Viszera (Organe) und Hormonsystem als auch in der Einheit von Körper, Verstand und Emotion.

Dieses Vorgehen erfordert Zeit, eine ausführliche Anamnese (Patientengespräch zur Krankengeschichte), eine Differentialdiagnose (diese kann in einigen Fällen auch dazu führen, dass der Osteopath die Behandlung aufgrund der Schwere der Erkrankung ablehnen muss , an einen Facharzt oder eine Klinik verweist, oder  den Patienten um vorherige Abklärung bei einem Facharzt bittet), eine gründliche körperliche Untersuchung und schließlich ein auf der Grundlage der Anamnese und Untersuchung begründete osteopathische Behandlung.

Wie erfolgt eine osteopathische Behandlung?

Die Feststellung einer Dysfunktion setzt langes und intensives Training des Tastvermögens voraus. Die osteopathische Behandlung erfolgt mit eigens entwickelten osteopathischen Techniken, teilweise mit Techniken die auch im Rahmen der manuellen Therapie genutzt werden. Ziel ist, es dem behandelten Menschen zu ermöglichen, durch Verbesserung der Beweglichkeit der betroffenen Struktur, sich selbst auf natürliche Art und Weise ins Gleichgewicht zu bringen.

Bevor eine osteopathische Behandlung begonnen wird, ist es oftmals ratsam, eine einhergehende schulmedizinische Diagnostik voranzustellen. Auch Befunde aus früheren medizinischen Untersuchungen sind hilfreich. Die Osteopathie ergänzt in vielen Fällen die klassische Schulmedizin, ersetzt diese aber nicht.